Ich mag das Buch sehr. Hab diesmal auch keine Handlungsstränge vorgeblättert! Und ich könnte hier jetzt echt ohne Ende Lieblingsstellen aufzählen:
Wie der Lügengeist zugrunde geht. Die Herrin der Lüge ist ja gar nicht Saga.

Dann sowieso die Aussatzburg am Ende als Bild, wo die ganze Lügerei hinführt.
Wie schon gesagt, die Kapitel mit Maria und dem Bethanier sind toll! Ganz unheimlich, beklemmend. Das Bild beim Attentat mit der schwarzen Träne aus der Dunkelheit ist schön und wirkt auch sehr stark an der Stelle.
Das Wiedertreffen der Zwillinge – das hätte leicht rührselig geraten können, ist aber richtig gut geworden, eine ganz leise Szene wie Saga da auf den Zinnen sitzt und dazu die Flötenmelodie.
Ansonsten mag ich Zinder total gern und da gibt es auch ganz viele Lieblingsstellen. Natürlich war ich traurig am Ende, aber andererseits, was hätte es ihm gebracht, zurückzukehren – zu seinem Stück Land etwa? Was soll er denn schon damit. Verstehe allerdings durchaus Fauns Verwunderung, was Zinder denn an Violante findet … Wobei Zinder ohne seine Gefühle als Charakter wiederum viel weniger interessant wäre, das gehört halt schon mit zu ihm.
Das mit Wielands Schwert ist witzig. Und eine Auflösung am Ende würde da nur den Spaß verderben.
Zinder ist auch ein gutes Verbindungselement zwischen den beiden Handlungssträngen. Ich mag natürlich auch solche Details wie mit seinem Zopf, der aus Sagas Sicht immer als silbergrau, aus Fauns Perspektive dann einfach als grau beschrieben wird. Wobei ich gar nicht sicher bin, ob das wirklich Absicht ist, aber es passt auf jeden Fall gut.
Und von wegen Kleinigkeiten: sehr interessant ist der Johanniter beim Triumvirat. Ich weiß, er ist nur eine Nebenfigur (schade eigentlich), besitzt aber sehr viel Intensität.
Dagegen geht mir Tiessa nicht besonders nahe, kann das gar nicht mal erklären. Von ihr wird zwar viel charakterlich beschrieben, trotzdem berührt sie mich nicht so. Schon das, was Faun für sie empfindet und durchmacht, aber nur weil ich Faun mag, weniger wegen Tiessa.

Wegen Faun - und natürlich Zinder - mochte ich auch die zweite Handlungsebene richtig gern. Ich finde auch nicht, dass das Ende zu kurz geraten ist, denn von einem gewissen Punkt an, ist einfach klar, dass alles aufs Ende zuläuft: der Kreuzzug ist schon totgelaufen, und alles andere ist dann wirklich nur noch ein zu Ende bringen und da ist es nur logisch, dass es einen bestimmten Fluss, ohne weitere Abirrungen, dahin entwickelt.